Wohnprojekt: eine Villa, schwebend über den Hügeln

Es gibt Projekte, die sich verschließen, um zu schützen. Und es gibt andere, die sich öffnen, um zu dem zu gehören, was sie umgibt. Dieses Wohnprojekt entwirft eine Villa, schwebend über den Hügeln oberhalb der Stadt, und es gehört zur zweiten Familie. Die Architektur verteidigt das Innere nicht gegen das Äußere: Sie öffnet es, verlängert es, lässt es dort enden, wo die Skyline beginnt. Die Grenze zwischen drinnen und draußen wird nicht eingerichtet. Sie wird aufgelöst.

Vier Räume, ein einziger Horizont. Die Küche als Schwelle, der Wohnraum als Aussichtspunkt, die Ankleide als Galerie mit Blick über die Stadt, das Hauptbadezimmer als Ort des Innehaltens am Rand der Landschaft. Eine Sequenz, die zeigt, wie hochwertiger italienischer Minimalismus keine reduzierte Dekoration ist, sondern eine Art, die Beziehung zu dem zu bauen, worauf das Projekt blickt.

Die Küche: die Materie in der goldenen Stunde

Der Weg beginnt mit dem Licht. Heller Naturstein in großen Formaten zieht sich vom Boden bis zur Wand, und die Küche öffnet sich vollständig zur Terrasse, zum Infinity-Pool und zur Skyline. Die Insel ist als monolithisches Volumen in dunklem Metallic-Lack gedacht, grifflos, mit reiner Geometrie geschnitten. Dahinter zeichnen die im Buchschnitt geöffneten Platten aus weiß geädertem Marmor eine Chevron-Maserung, die zur einzigen grafischen Geste des Raums wird. Ein einziges dekoratives Material, das für sich selbst spricht. Alles Übrige ist durchgehende Fläche, verborgene Technik, streifendes Licht bei Sonnenuntergang.

Der Wohnraum: eine Wand, die das Licht bewahrt

Der Wohnraum ist der Leere zugewandt. Das Sofa aus anthrazitfarbenem Samt blickt auf den Pool und die Stadt, während die hinterleuchtete Bücherwand aus Stein die Bücher und die Stille hält, die Nischen vom Licht gemeißelt wie Schnitte im Material. Die Decke aus Sichtbeton — mit der Holzmaserung der Brettschalung, in die Oberfläche geprägt — wiegt gerade so viel, wie nötig ist, um den Raum zu verankern. Kontinuität ist kein Effekt: Sie ist eine Regel. Die Materie durchzieht die Räume des Projekts ohne Unterbrechung.

Die Ankleide: die Stadt hinter dem Glas

Zwei spiegelgleiche Fronten aus Rauchglas und Metallrahmen definieren einen perfekten Korridor, die LED-Bänder folgen der Höhe der Türen. In der Mitte eine Insel mit Platte aus dunklem Stein und Sitz aus cognacfarbenem Leder. Am Ende rahmt eine raumhohe Verglasung den urbanen Horizont. Der Raum verlangt keine Aufmerksamkeit: Er schenkt sie dem, was sich jenseits des Glases zeigt.

Das Badezimmer: am Rand der Landschaft

Der Stein setzt sich über die Schwelle hinaus fort, bis zum Pool. Die freistehende, monolithische Wanne steht am Rand des Glases, der Stadt zugewandt. Der Schrank in Hochglanzlack mit Platte aus dunklem Stein und der in Marmor gerahmte Spiegel halten die eine Seite des Raums, während die bodenstehende Armatur jede Geste auf das Wesentliche reduziert. Das Badezimmer ist als langsamer Akt gedacht, dem Morgenlicht zugewandt.

Ein Materialcode

Naturstein, weißer Marmor, Sichtbeton, Eiche, cognacfarbenes Leder, dunkler Samt, gebürsteter Stahl. Eine reduzierte Palette, zusammengehalten von einer einzigen Disziplin und in jedem Raum mit unterschiedlicher Intensität wiederholt. Keine Materialien, die um des Reichtums willen zusammengestellt sind, sondern eine kohärente Sprache, die das Projekt vom Eingang bis zum Rand des Horizonts spricht.

Kein Projekt mit Blick auf den Horizont. Ein Projekt, das den Horizont zu seinem eigenen Maß macht.


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Wohnprojekt: eine italienische Villa im minimalistischen Stil